Trendfarbe Marine

2020 war geprägt von Home-Office und Lockdown. Unser Zuhause gewann mehr Aufmerksamkeit. Lange war es nur der Ort vor und nach der Arbeit, wo man sich kurz entspannt und umkleidet, um dann wieder fortzugehen, oder nach einem kurzen Workout sich die neusten Serien im Streaming- TV anzusehen. Wir waren selten bewusst zu Hause. Nun plötzlich spürten wir stärker als zuvor, wie Innenräume unser Befinden beeinflussen. Die Folge: Baumärkte und Einrichtungshäuser machten eine Absatzplus. Für alle, die noch Handlungsbedarf empfinden, hat smartLiving die aktuellsten Trends im Interieur-Design zusammengefasst.

Sie ist keine einfache Farbe und nachdem Marine in Interieur-Design so große Wellen geschlagen hat, mussten viele feststellen: Die Farbe gekonnt umzusetzen, ist keine leichte Sache. Denn leicht sollte diese kraftvolle Farbe wirken. Geht die Empfehlung der Experten dahin, helle Farben zu verwenden, um den Raum zu öffnen, verleiht Marine den Räumlichkeiten einen Hauch von „Nordic Noir“, Tiefe und herber Männlichkeit – angenehm, sofern genügend Licht einfällt.
Belassen Sie es nicht nur bei Marine-farbenen Tapeten, assoziieren Sie dabei auch Vorhänge und Stoffe. Dekorative Accessoires und Sitzmöbel sowie Geschirr in Marine sind im Angebot.

Carl Hansen & Søn, CH24 Hans J. Wegner Birthday Edition 2020

Foto: Carl Hansen & Søn

MINIMALISMUS ALS GEGENENTWURF
Der minimalistische Lebensstil, inspiriert von skandinavischen Häusern, bleibt nach wie vor ein starker Trend – auch im Jahr 2021. Er ermutigt uns weniger, aber dafür Dinge zu kaufen, die nützlich, schön und gut gestaltet sind. Weniger ist mehr. Bewegungen wie die Linienkunst werden aufblühen. Ebenso wie die Wertschätzung der einfachen, zum Nachdenken anregenden Schwarz-Weiß-Fotografie.

Foto: Carl Hansen & Søn

TEXTURIERTE WÄNDE UND STARKE MOTIVE
Wir kehren das Innere nach Außen. Die Innenräume werden zum Ausdruck unserer Persönlichkeit. Wir sind längst nicht mehr Erfüller*innen ausgezeichneter Designtrends. 2021 werden starke Motive und Textur das Thema sein.
Die Natur spielt dabei eine große Rolle. Stein, Marmor, Holzbalken und Wandpaneele werden ihr Revival haben. Tapetendesigns sind eine einfache Möglichkeit, solche komplexen Texturen ohne Renovierung nachzubilden.
Doch neue Techniken ermöglichen auch ungewöhnlich starke Motive, die mit ihrem Trompe-l’œil Räume öffnen oder als Statement Gefühle und Gedanken inspirieren.
„Liebe was du tust!“ sagt sich das Team von Syndikat4. Und sie lieben nun mal anspruchsvolles Design, Individualität, Qualität und Tapeten. So werden in der kleinen Manufaktur in Neckarwestheim bei Heilbronn Tapeten hergestellt.
Hier entstehen in Handarbeit exklusive Design-Tapeten – jede für sich ein Original. Der Schwerpunkt der Produktion liegt dabei auf den Motiven, die Grafiker und Designer in anspruchsvoller Detailarbeit herstellen undausarbeiten.

syndikat4.com

Fotos: Syndicat 4

NATÜRLICH BLOND

Helles Holz aus nachhaltigem und heimischem Anbau liegt im Trend. Holzarten wie Eiche, Birke, Ahorn und Esche sind beliebt und strahlen frische Ehrlichkeit aus. Dazu Textilien, Kork und Stein in sanften Farben, sie vermitteln das Gefühl von Natürlichkeit und geben uns Ruhe.

Die Bank und Esszimmergarnitur von „Skagerak“ aus geseifter Eiche und der Wäscheständer aus Eschenholz haben ähnlich helle Farbnuancen. Sie sorgen dafür, dass der Raum optisch größer wirkt und haben zudem eine beruhigende Wirkung.
www.skagerak.dk

Die Tischleuchte Arba von Belux besteht aus geöltem Ahornholz. Sie ist als Stehleuchte neben Sessel und Sofa oder als Nachttischleuchte (53 cm Höhe) zu haben.
www.belux.com

Foto: Skagarak

Foto: Skagarak

Foto: Bellux

RECYCLING ERSCHAFFT NEUE EDLE STOFFE

Innovative Unternehmen und junge Designer experimentieren mit der Verwendung von Materialresten, der Wiederverwendung von Abfällen und der Schaffung innovativer Materialien und Trends.

„Wir wollen kreative Spaces schaffen und als Schrittmacher auf dem Gebiet der Bodenbeläge und Teppiche den Weg in die Zukunft weisen“, erklärt Daniel Butz von Object Carpet, einem der führenden Teppichbodenhersteller. Mit jeder Faser setzt er auf Nachhaltigkeit. So überzeugen zum Beispiel erfolgreiche
Kollektionen, wie „Facts & Inspirations“ oder „Places of Origin“ nicht nur mit kreativen Designs und außerordentlichen Qualitäten, sondern auch mit einer beeindruckenden Öko-Bilanz. „Unsere Teppichböden sind komplett PVC-, Bitumen- und Latex-frei. Sie tragen das Gütesiegel „Blauer Engel“ des Deutschen Umweltbundesamtes und überzeugen mit der TÜV geprüften Allergiker-Eignung sowie der GuT-Zertifizierung“, erklärt Daniel Butz. Aber die Manufaktur geht noch einen Schritt weiter und stellt ihre Design-Teppiche auch aus alten Fischernetzen her.
„Mit unserem Kooperationspartner – der Initiative „Healthy Seas“ – taucht Object Carpet in eine neue Dimension“, ist der Inhaber überzeugt. „Es ist uns ein persönliches Anliegen den Kampf gegen den Müll-Notstand im Meer zu unterstützen und uns für die Erhaltung unserer Ozeane einzusetzen.“ In dieser strategischen Allianz kommt Object Carpet eine ganz besondere Rolle zu: die von spezialisierten Tauchern geborgenen alte Fischernetze werden zu hochwertigen Nylongarnen, dem Econyl® der Firma Aquafil, recycelt. Object Carpet fertigt daraus dann exklusive und stylische Teppich-böden mit einer hervorragenden Life-Cycle-Bilanz.
www.object-carpet.com

Fotos: Object Carpet

DER TREND ZUR HEIMARBEIT

Was lange Jahre als suspekt galt, ist nun zum Trend geworden: das Home-Office. Werden die heimischen Räume nur vorübergehend genutzt und man ohne eigenen Raum auskommen muss, ergibt sich wohl  die größte Herausforderung im Home-Office: das störungsfreie Arbeiten. Da kommt der Tischaufsteller „Fold-up Workspace“ passgenau ins Spiel: Er grenzt den Arbeitsplatz nicht nur optisch ab, sondern wirkt dank eines speziellen Akustik-Filzes auch schallabsorbierend.
www.wilkhahn.com

Fotos: Wilkhahn

VON DER TERRASSE ÜBERS ESSZIMMER INS BÜRO …

… so könnte man die Entwicklungsgeschichte von Muutos Möbelserie „Linear“ zusammenfassen. Als Outdoor-Möbel aus pulverbeschichtetem Stahl hatte der dänische Designer Thomas Bentzen die geradlinigen Bänke und Tische ursprünglich konzipiert. Danach schuf er eine esszimmertaugliche Variante, die er nun zu einem System von Office-Tischen samt passenden Anbauteilen erweiterte. Dabei lassen sich die einzelnen Module zu beliebig langen Arbeitstischen in Reihe kombinieren, leichte Trennelemente sorgen für die nötige Privatsphäre. Dazu integrierte, dimmbare Tischleuchten und ein Kabelmanagementsystem. Alles wirkt leicht und einfach – das motiviert beim Arbeiten.
Inspirieren ließ sich Bentzen eigentlich von Lesesälen in Bibliotheken. Doch so konsequent das System aufs Arbeiten konzipiert ist: Das Naturmaterial Holz und die nordisch-schlichte, sympathische Formgebung vermitteln stets ein Gefühl von Zuhause und Vertrautheit. www.muuto.com

Foto: Muuto

BACK TO THE BASIC

Passend zu freigelegten Wänden kommt der Industrial Stil in den Wohntrends 2021 zurück. Beton, Metallregale und gerade Möbel bestimmen diesen Trend Design und geben dem Raum einen Hauch von Meatpacking District mit dem Charme der industriellen Ästhetik aus dem zwanzigsten Jahrhundert.
Äußerst stilvoll interpretiert wird dies in den Kollektionen  „Industrial Glass“, „Glass Blocks“ und „Shade of Blinds“ von Diesel Living with Iris Ceramica.

© Autor: Klaus Bossert

Fotos: Diesel Living with Iris Ceramica